Tina Reigel trägt auch im Sommer gerne.

Tragen im Sommer

Sobald es draussen wärmer wird, stellen sich viele Eltern die Frage, wie sie ihr Kind anziehen und transportieren sollen. Ich verrate dir ein paar Tipps zum Thema Tragen im Sommer, die dir ein bisschen Sicherheit geben sollen und euch gut geschützt den Sommer geniessen lassen.

Egal ob du dein Kind hauptsächlich in einer Tragevariante trägst oder es im Wägeli glücklich ist – heiss ist es so oder so. Das Wägeli scheint im ersten Moment vielleicht «luftiger und schattiger», wenn aber noch eine Decke oder Mulltuch als Schattenspender die Öffnung des Wagens verdeckt, passieren zwei Dinge. Es wird zum einen sehr heiss im Wagen, zum anderen wird die Frischluftzufuhr behindert durch die Decke. Also sei auch da achtsam, dass dem Baby nicht zu heiss wird. Damit du dich auf einen unbeschwerten Sommertag freuen kannst, habe ich hier ein paar Tipps für dich.

Die zarte Babyhaut soll bedeckt und geschützt sein

Der Sommer gibt uns Erwachsenen und grösseren Kindern oft ein Gefühl der Freiheit und wir sind froh, möglichst leicht und kurz bekleidet zu sein. Langarm verbinden wir mit Schutz vor Kälte und es passt für die meisten von uns so gar nicht zum Sommergefühl.

Für dein kleines Kind ist es aber wichtig, dass die zarte Babyhaut, welche noch eine geringe Schutzbarriere hat, bedeckt und dadurch geschützt ist vor Sonnenstrahlen. Die Kleider sollen luftig leicht sein z.B. aus Seide, Bambus, Leinen etc. Diese Materialien wirken kühlend und feuchtigkeitsregulierend. 

Diese 6 Tipps bringen euch geschützt durch den Sommer

  1. Kopf, Nacken, Arme, Beine & Füsse sind mit Hut, Kleider, Babylegs (Stulpen) bedeckt. Hand-/Fussrücken und Bäckli können mit mineralischer Sonnencreme geschützt werden
  2. Bindeweise, die offener ist (Bsp. einfacher Rucksack, Ringsling, Tragehilfe)
  3. Genug Flüssigkeit (Muttermilch, oder Ersatzmilch im 1. Lebensjahr – Tee oder Wasser erst ab Beikostalter in kleinen Mengen anbieten)
  4. Ersatzkleider für dich und das Kind
  5. UV-Schirm, bei langer Sonnenexposition
  6. Wassersling für sicheren Spass rund ums Wasser

Die Kopfstütze soll kein Sonnensegel sein

Achte darauf, dass du bei längerem Tragen möglichst schattige Wege wählst. Damit der Nacken und auch ein Grossteil des Gesichts vor der Sonne geschützt ist, empfehle ich dir einen leichten Hut mit breiter Krempe und Bändel zum Festziehen unter dem Kinn. So rutscht das Hütchen nicht dauernd oder fliegt im hohen Bogen davon, ich kenne das auch. Die Kopfstütze – das Stoffpanel, welches an der Kopfkante angenäht ist und nach unten hängt, sollte nicht als Sonnensegel genutzt werden. Ziehst du dieses Stück Stoff beidseitig über den Kopf des Kindes und befestigst es, sind die Atemwege nicht frei genug. Falls du das Köpfchen des eingeschlafenen Kindes stützen möchtest, dann mach das gerne nur auf der Seite des Hinterkopfes, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Du bist die Klimaanlage des Kindes

Tragen im Sommer

Beim Tragen werdet ihr beide schwitzen – das ist so. Aber jetzt kommt das Geniale, was dich vielleicht sogar zum Griff zur Tragehilfe/Tuch motivieren kann. Durch den Körperkontakt wird Wärme erzeugt, welche insbesondere die Trageperson zum schwitzen bringt. Dein Schweiss wiederum kühlt das Kind, dessen Körpertemperatur noch nicht so gut selbst reguliert wird, ab durch eine sogenannte Co-regulation. Wie fantastisch ist das bitte?!

Es können sich kleine Schweissperlen auf Babies Stirn bilden. Beobachte dein Kind und mach eine Schattenpause, wenn du denkst es ist zu heiss für euch. Es ist notwendig, dem Kind genügend Flüssigkeit anzubieten. Für stillende Mütter kann das ein paar «Mahlzeiten» am Tag mehr bedeuten. Die Milch passt sich dem Bedürfnis des Kindes an, es trinkt dann, weil es durstig ist und nicht, aufgrund der Sättigung. Das ist normal, wichtig und reguliert sich nach den Hitzetagen wieder. 

Leichte Kleidung erleichtert euch die Sommertage

Kleider aus Materialien wie Seide, Leinen, Bambus etc. scheinen im ersten Moment vielleicht teurer, aber aus eigener Erfahrung kann ich sie von Herzen empfehlen. Sie saugen die Feuchtigkeit auf und sind gerade auch für empfindliche Babyhaut angenehm zu tragen.

Es kann sein, das kleine Hitzepickel (je nach Empfindlichkeit des Kindes klein- oder grossflächig) auftauchen, besonders dort wo Haut-an-Haut-Kontakt herrscht. Leg beim nächsten Mal ein Mulltuch („Nuschi“) dazwischen. Ein Mulltuch kannst du übrigens auch zwischen Babies Bauch und Body schieben, wenn du es aus der Tragevariante nimmst. Das feuchte Body liegt dadurch nicht kühlend auf der Brust und du brauchst dein Kind trotzdem nicht umziehen. Hat das Kind nackte Beine, kann es zusätzlich mit Schweiss & Tragehilfestoff zu Reibungen in der Kniekehle kommen. Ein weiterer Grund, weshalb Stoff an den Beinen im Sommer sinnvoll ist. 

Extra Tools für noch mehr Freiheit

Gehst du gerne und oft ins Wasser oder hast du bereits mehrere Kinder die planschen wollen? Dann empfehle ich dir einen Wassersling (Watersling), den du übrigens auch unter der Dusche nutzen kannst. Hat man ihn mal entdeckt, wird er als Extra-Helfer geschätzt. Das Material ist wie ein Badekleid, elastisch und trocknet schnell. Du sollst damit nicht schwimmen, aber du kannst damit im Wasser stehen und dein Kind rutscht dir nicht aus den Armen – aber bitte immer mit Vorsicht, falls du das Gleichgewicht verlieren solltest. Falls du ein Wandervogel bist, gibt es den futuristisch aussehenden UV-Schirm, den du als Schutz nutzen kannst. Sieht lustig aus, aber schützt auf jeden Fall.

Was kannst du beim Tragen generell beachten? In diesem Artikel „Tragen leichter gemacht“ findest du die wichtigsten Punkte, die du beim Tragen beachten sollst.

Walking mit einem Kind in einer Tragevorrichtung ist ein gutes Ausdauertraining und auch sehr empfehlenswert, bevor du wieder läufst: (Wieder-)Einstieg ins Laufen nach der Geburt: Teil 1 .

Nun wünsche ich euch einen tollen Sommer und viel Spass beim Ausprobieren der Tipps. 

Tragen im Sommer

Dieser Artikel hat Tina von LittleFellow für uns verfasst. Tina ist unter anderem Trageberaterin. Auf ihrem Blog findest du viele spannende Themen rund ums Tragen und die Sexualpädagogik. 

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