Eine aktive Schwangerschaftsvorsorge kann man bereits früh angehen.

Schwangerschafts-Vorsorge in der Schweiz

Darf’s nun ein Gläschen sein oder nicht? Was beinhaltet eine ausgewogene Ernährung? Wie viel Sport ist ok? Wie kann ich meinen Schlaf verbessern? 

Dies und weiteres sind wichtige Fragen, welche man sich während, aber auch vor einer Schwangerschaft stellen kann. Nicht immer ist man sich über die Folgen seiner gesundheitlichen Verhaltensweisen und Angewohnheiten genau im Klaren. Umso wichtiger ist dies, wenn man bedenkt, dass Forschungsergebnissen zufolge der Gesundheitsstatus von Eltern bereits vor dem Schwanger werden eine entscheidende Rolle für den Verlauf der Schwangerschaft und die Gesundheit des Kindes spielt (Stephenson et al., 2018). Dies ist auch der WHO bewusst, welche 2013 die Wichtigkeit der Förderung von Schwangerschaftsvorsorge mit Forschungs- und Interventionszielen festhält. Doch was genau versteht man unter Schwangerschaftsvorsorge und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

Was ist Schwangerschaftsvorsorge?

Die Schwangerschaftsvorsorge umfasst alle Massnahmen, die die Gesundheit der zukünftigen Eltern bereits vor der Schwangerschaft aktiv fördern. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Schwangerschaftsvorsorge?

Unausgewogene Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum, Unter- oder Übergewicht (Stephenson et al., 2018), aber auch Krankheiten (Lassi, Imam, Dean, & Bhutta, 2014) und andere Umwelteinflüsse (Genuis & Genuis, 2017) können gesundheitliche Risikofaktoren darstellen. Ebenso kann die psychische Gesundheit ein wichtiger Einflussfaktor sein (Grote et al., 2010). Die Verbesserung einiger dieser Aspekte, wie beispielsweise die Aneignung eines aktiveren und gesünderen Lebensstils, kann eine längere Zeitspanne beanspruchen. Insofern ist der gesamte Lebensabschnitt im reproduktiven Alter ein ideales Zeitfenster, um sich mit seiner Gesundheit, seinem Verhalten und deren Folgen auseinander zu setzen – unabhängig davon, ob eine Schwangerschaft geplant ist oder nicht.

An wen richtet sich Schwangerschaftsvorsorge?

Rund 40% der Schwangerschaften weltweit sind nicht geplant (Singh, Sedgh, & Hussain, 2010). Aus diesem Grund richtet sich Schwangerschaftsvorsorge nicht ausschliesslich an Personen mit Kinderplänen und -wünschen, sondern an die allgemeine Bevölkerung. Zudem ist Schwangerschaftsvorsorge nicht nur eine Frauenangelegenheit, sondern richtet sich auch an Männer. Trotz deutlicher Hinweise darauf, dass auch die männliche Gesundheit vor der Schwangerschaft eine Rolle spielt, werden in der Mehrheit der Studien bezüglich Schwangerschaftsvorsorge ausschliesslich Frauen einbezogen (Toivonen, Oinonen, & Duchene, 2017). Aus diesem Grund richtet sich eine aktuelle Studie der Universität Zürich nicht nur an Frauen, sondern auch an Männer.  

Eine Studie der Universität Zürich – Teilnehmer*innen gesucht

Um ein Verständnis über die Einstellungen, Wissen und tatsächlichem Verhalten von Paaren in der Schweiz zum Thema Schwangerschaftsvorsorge zu gewinnen, führt die Universität Zürich im Rahmen einer Studie eine Online-Umfrage durch. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur Steigerung der Gesundheit von Männern, Frauen und deren potentiellen Kindern geleistet werden, indem Risikofaktoren ermittelt, Informationen vermittelt und so zukünftig entsprechende präventive Massnahmen angeboten werden können. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit der Universität Toronto durchgeführt, wobei die gesammelten Daten zwischen den Ländern verglichen werden.

 Teilnehmen können Männer und Frauen, welche

  • zwischen 18 und 45 Jahre alt sind    
  • sich zurzeit in einer monogamen, heterosexuellen Beziehung* befinden    
  • bereits Kinder haben (nicht aus anderen Partnerschaften) oder nicht
  • bereits schwanger sind oder versuchen, schwanger zu werden    
  • planen oder darüber nachdenken, Kinder zu bekommen    
  • keinen Kinderwunsch hegen    
  • und über gute Deutschkenntnisse verfügen

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann können Sie hier teilnehmen.

* Da wir unter anderem auch an der Reproduktionsgeschichte der PartnerInnen von StudienteilnehmerInnen interessiert sind und einige Fragen diesbezüglich nicht auf homosexuelle Männer (die in einer homosexuellen Partnerschaft nicht schwanger werden können) oder homosexuelle Frauen (die möglicherweise abwechselnd schwanger werden) zutreffen würden, können an dieser Studie ausschliesslich Paare teilnehmen, welche sich in einer heterosexuellen Beziehung befinden.

 

Autorin

Anina Giacometti – bei allfälligen Fragen können Sie sich gerne unter der folgenden Mailadresse melden: anina.giacometti@uzh.ch

 

Referenzliste

Genuis, R. A., & Genuis, S. J. (2017). Preconception care: the next frontier for improving maternal-child health care. Public health, 149, 57-59. https://doi.org/10.1016/j.puhe.2017.03.012

Grote, N. K., Bridge, J. A., Gavin, A. R., Melville, J. L., Iyengar, S., & Katon, W. J. (2010). A meta-analysis of depression during pregnancy and the risk of preterm birth, low birth weight, and intrauterine growth restriction. Archives of general psychiatry, 67(10), 1012-1024. https://doi.org/10.1001/archgenpsychiatry.2010.111

Toivonen, K. I., Oinonen, K. A., & Duchene, K. M. (2017). Preconception health behaviours: A scoping review. Preventive medicine, 96, 1-15. https://doi.org/10.1016/j.ypmed.2016.11.022

Lassi, Z. S., Imam, A. M., Dean, S. V., & Bhutta, Z. A. (2014). Preconception care: screening and management of chronic disease and promoting psychological health. Reproductive Health, 11(3), 1-20. https://doi.org/10.1186/1742-4755-11-S3-S5

Singh, S., Sedgh, G., & Hussain, R. (2010). Unintendend pregnancy: Worlwide levels, trends, and outcomes. Studies in Family Planning, 41(4), 241-250. https://doi.org/10.1111/j.1728-4465.2010.00250.x

Stephenson, J., Heslehurst, N., Hall, J., Schoenaker, D. A., Hutchinson, J., Cade, J. E., … & Mishra, G. D. (2018). Before the beginning: nutrition and lifestyle in the preconception period and its importance for future health. The Lancet, 391(10132), 1830-1841. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)30311-8

World Health Organization. (2013). Meeting to develop a global consensus on preconception care to reduce maternal and childhood mortality and morbidity: World Health Organization Headquarters, Geneva, 6–7 February 2012: meeting report.

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