Ernährung im Wochenbett

Wenn eine Mutter frisch geboren hat, darf sie zwar einiges wieder essen, doch gibt es auch diverse Punkte, die sie beachten muss. Milchförderne und milchhemmende Lebensmittel, Verstopfung und Heisshunger-Attacken: Ernährung im Wochenbett ist eine Herausforderung.

Die richtige Ernährung im Wochenbett

Wenn eine Mutter frisch geboren hat, darf sie zwar einiges wieder essen, doch gibt es auch diverse Punkte, die sie beachten muss. Gerade wenn sie stillt, gibt es nämlich milchfördernde aber auch milchhemmende Lebensmittel. Und darf man noch Kaffee trinken, Lauch oder Kohl essen und sich mal ein scharfes Curry gönnen – oder bekommt das Kind alles 1:1 mit? Und was tun bei Verstopfung? Die richtige Ernährung im Wochenbett ist eine Herausforderung.

Ich weiss noch, wie ich mich freute, nach der Geburt endlich wieder viele Dinge essen zu können, die ich während der Schwangerschaft nicht mochte. Ich hatte nämlich in meinen Schwangerschaften immer mit enormen Geschmacksveränderungen zu kämpfen. Aber bald hatte ich das Gefühl, mir sei fast mehr verboten als während der Schwangerschaft? Ich war auch irgendwie verunsichert. Was ist nun milchfördernd, was nicht? Was löst beim Baby Koliken aus? Wie sieht richtige Ernährung im Wochenbett aus?

Stillen – milchfördernde und milchhemmende Nahrungsmittel

Stillen funktionierte bei mir gut, zum Glück. Natürlich trank ich brav meinen Stilltee und nach jedem Stillen ein Glas Wasser, so wie es von Hebammen empfohlen wird. Ich mied Pfefferminztee und Salbeitee natürlich auch – weil man es überall liest. Doch vielleicht bist du etwas überfordert mit den vielen Informationen. Hier ist eine kleine Aufstellung für dich, auf was du achten kannst – so viel ist es gar nicht:

Milchfördernd gelten:

  • Malzgetränke wie Ovomaltine, alkoholfreies Bier, Rivella
  • Bierhefe
  • Sternanis, Koriander, Kurkuma
  • Anis, Fenchel und Kümmel = Stilltee (wobei der Fenchel mehr verdauungsfördernd als milchfördernd wirkt)

Milchhemmend sind insbesondere:

  • Pfefferminztee
  • Hibiskus
  • Salbei
  • Petersilie

Apropos: Stillprobleme haben viele Mütter, sei es, dass die Milch nicht fliesst oder sei es, dass man einen Milchstau bekommt. Es gibt einige Hausmittel, die Wunder wirken. Auch ich hatte nach 6 Wochen eine Brustentzündung mit Milchstau – ich hatte immer zu viel Milch, der Kleine hatte damals plötzlich unstetig getrunken. Und schwups war sie da, diese Brustentzündung, die schlimmer als eine Grippe ist. Bei einer Brustentzündung helfen Quarkwickel oder kalte Kohlblätter (aus dem Kühlschrank) am besten. Mir hat ausserdem Sojalecithin geholfen.

Wenn du dazu mehr Informationen lesen möchtest (und was du bei Milchstau machen kannst), klick hier.

Wenn es um milchfördernde oder milchhemmende Nahrungsmittel geht, scheiden sich die Geister. Am besten probiert man aus, was bei einem funktioniert. Man sollte hier als Mama gut auf sich und seinen Körper (und den des Babies) hören.

Stillen und Ernährung im Wochenbett– verlasse dich auf deinen gesunden Menschenverstand

Ich entschied nach meiner Brustentzündung dafür, dass der Stilltee zu viel war und liess ihn weg. Ich musste nicht mehr Milch fördern, hätte es nie gemusst, obwohl es ja überall steht, man solle Stilltee trinken. Doch das musste ich erst selber herausfinden. Und auch sonst, ich ass wieder mehr, auf was ich Lust hatte. Das heisst, auch mal Hülsenfrüchte (Kichererbsen) oder mehr Kohlgemüse. Und dies obwohl man überall liest, dass ganz viele Lebensmittel einen Einfluss auf Babys Schlaf oder seine Verdauung haben kann. Doch heute ist dies umstritten.

So sollte man zum Beispiel aufpassen bei Kohlarten, Hülsenfrüchten, Lauch, Zitrusfrüchten und Steinobst sowie Chili. Diese Lebensmittel können blähend wirken oder beim Baby einen wunden Po bzw. Koliken verursachen. Meine Hebamme meinte aber, dass es den meisten Babies egal ist, ob man Kohl isst oder einen Zwiebelkuchen. Koliken kommen meist nicht vom Essen der Mutter. Da mein Sohn aber ein sehr schlechter Schläfer war, entschied ich mich trotzdem, meinen Kaffee ohne Koffein zu geniessen. Aber ganz ehrlich: ich kann es bis heute nicht sagen, ob er bei einem normalen Kaffee (wenn ich denn mal einen trank) wirklich mehr aufwachte als in anderen Nächten.

Verstopfung im Wochenbett entgegen wirken

Während der Geburt (und schon in der Schwangerschaft) macht der Körper enorm viel durch. Die Organe werden schon in der Schwangerschaft weggedrängt und müssen nach der Geburt ihren Platz erst wieder finden.

Ich habe bei Stillberaterin und Fachberaterin für Säuglingsernährung Scarlett von Kleckerlecker.de nachgefragt, was denn die Gründe für eine mögliche Verstopfung sind und was hilft. Sie sagt, dass die Darmtätigkeit durch die veränderten Platzverhältnisse und die Hormonumstellung verringert werden kann und frischgebackene Mamas daher schneller Verstopfung haben können.

Was hilft denn dagegen? „Leicht verdauliche Speisen, natürliche Abführmittel wie Weizenkleie oder Leinsamen, eine Bauchmassage und genug trinken“, erklärt Scarlett. Auch langsames Kauen hilft gemäss meinen Recherchen, sowie Flohsamenschalen einnehmen.

Leicht abführend sind zudem gedörrte Feigen und Zwetschgen (bitte langsam kauen) und Lebensmittel mit viel Ballaststoffen wie Vollkorngetreide, Gemüse und Früchte – diese sollten also unbedingt auf dem Speiseplan stehen.

Trinken sollte man ja mindestens 2 Liter – bei Verstopfung sogar noch etwas mehr – und ballaststoffreich essen – also viel Gemüse und Früchte.

Und ein letzter Tipp: wenn du auf der Toilette sitzt, nimm einen Hocker unter die Füsse und bitte nicht pressen – sondern einfach langsam drücken und ein bisschen hin und her wippen.

Gesunde Snacks gegen Heisshunger im Wochenbett

Wer kennt sie nicht, die Heisshungerattacken? Anstatt dass du nun viele zuckerhaltige Süssigkeiten kaufst, befolge diese Tipps für gesunde Snacks und setze nur diese Zutaten auf deine Einkaufsliste:

  • Dörrfrüchte
  • Schwarze Schokolade
  • Nüsse
  • Selbstgemachte Energy Balls / Stillkugeln
  • Müsliriegel mit Haferflocken und Dörrfrüchten (selbstgemacht)
  • Apfelmus, Birnenmus mit Joghurt

Rezept Stillkugeln:

  • 12 Datteln, entsteint
  • 60 g Mandeln ganz oder gemahlen
  • 2 EL feine Haferflocken oder Hafermehl
  • 70 g Cashews
  • 1 TL geschrotete Leinsamen
  • 5 EL Kokosflocken

Zubereitung:

  1. Datteln, Mandeln und Cashews in einem Hochleistungsmixer kurz pürieren.
  2. 1 EL Kokosflocken, die Leinsamen und Haferflocken dazugeben und alles nochmals kurz pürieren, bis es ein homogener Teig ist. Den Teig kneten und zu Kugeln formen. Kokosflocken in eine Schüssel geben, die Kugeln darin wenden und geniessen.

Die Kugeln sind mehrere Tage gekühlt haltbar.

Wenn du Inspirationen und neue Kochideen suchst, dann schau dir doch einmal unser Ernährungsprogramm an!

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